Durch das einjährige Praktikum kann Ushanthini ihre Sprachkenntnisse in Deutsch vertiefen und begegnet den individuellen Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten in der Praxis hautnah. Schnell wird sie ein unverzichtbarer Teil des Teams und lernt die internen Abläufe, insbesondere im Bereich Arbeit, in kürzester Zeit. Mit Erfahrungen aus Altersheimen im Gepäck meistert Ushanthini immer wieder vertraute Situationen auch im Atelier. Doch der Start ist für die damals 16-Jährige alles andere als leicht: Eine fremde Sprache, eine neue Kultur und kein vertrauter Freundeskreis machen den Beginn zur Herausforderung. Doch dank der tollen Unterstützung des Teams wächst sie über sich hinaus. Ushanthini lernt in dieser Zeit nicht nur unglaublich viel, sondern gewinnt auch Selbstvertrauen.
Nach erfolgreichem Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales plant Ushanthini eine Weiterbildung zur Fachfrau Gesundheit oder zur Medizinischen Praxisassistentin.
Die grosse Leidenschaft der 17-Jährigen ist der Schnee. Inspiriert von ihrer Faszination hat sie diese Eiskristalle zu ihrer Wiedererkennung als Gebärde erklärt. Diese Liebe zur Kälte entdeckte sie erst einige Monate nach ihrer Ankunft in der Schweiz vor zwei Jahren anlässlich des Nationalfeiertages. Obwohl sie bisher noch keinen Wintersport wie Schlitteln oder Eiskunstlaufen ausprobiert hat, möchte sie diesen Winter ihre ersten Versuche wagen. Zu Ushanthinis Hobbys gehören zudem Lesen, Zeit mit ihren neuen Freundinnen und Freunden verbringen und im Sommer das erfrischende Nass in der Badeanstalt geniessen.
Ushanthinis Arbeitstag beginnt kurz vor acht Uhr, wenn sie als erstes die Räumlichkeiten im Atelier durchlüftet und den Tagesrapport liest, um sich über aktuelle Ereignisse und geplante Aktivitäten zu informieren. Von Montag bis Donnerstag hat sie einen festen Arbeitsplan im Atelier; freitags besucht sie die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) in Brugg und am Dienstagabend einen Deutschkurs.
Nach dem Eintreffen ihrer Teamkolleginnen wird der Tagesplan besprochen. Die Klientinnen und Klienten arbeiten an verschiedenen Projekten, wobei einige aufgrund ihrer schweren Beeinträchtigungen nicht produktiv sein können. Aktuell bereiten sich die handwerklich Beschäftigten auf den Adventsverkauf vor. Passend zur Jahreszeit stellen sie unter anderem warme Filzsohlen und dekorative Filzengel her. Für Klientinnen und Klienten können zur Entspannung bei der Arbeit oder Beschäftigung auch basale Stimulationen, wie beispielsweise das Abspielen von Musik oder das Besichtigen von stimmungsvollen Bildern eingeplant werden. Begleitete Bewegungsaktivitäten sowohl drinnen als auch draussen sind ebenfalls an der Tagesordnung.
Kurz vor Mittag machen sich die Klientinnen und Klienten auf den Weg nach Hause, wo das Mittagessen auf sie wartet. Nach einer einstündigen Mittagspause beginnt für Ushanthini das Nachmittagsprogramm. Auch hier gilt es, sich über den Tagesrapport und das Rahmenprogramm zu informieren, denn am Nachmittag werden mit wenigen Ausnahmen nicht dieselben Klientinnen und Klienten wie am Vormittag vor Ort sein. Um 16.30 Uhr endet der Arbeitstag im Atelier, und die Klientinnen und Klienten werden zurück in ihre Wohnbereiche begleitet. Nach einem schriftlichen Eintrag zum Tagesablauf ist Ushanthinis Arbeitseinsatz abgeschlossen.
Der Alltag im Atelier ist geprägt mit Aktivitäten, welche u.a. die Selbstständigkeit, die Selbstbestimmung, die Inklusion in der Gesellschaft und die Barrierefreiheit gewährleisten. Ushanthini nimmt Bezug auf ihre Arbeit im Atelier und zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bereits erfolgreich institutionalisiert ist. Für die Klientinnen und Klienten sind alle Räumlichkeiten zugänglich (Barrierefreiheit), selbst bestimmend können sie ihren Arbeitstag oder das Beschäftigungsangebot wählen und mit dem regelmässigen Besuch im benachbarten öffentlichen Café nehmen die Menschen mit Beeinträchtigungen am gesellschaftlichen Leben teil. Auch beim langen Donnerstag, ein Freizeitprogramm für die Bewohnerinnen und Bewohner, können sie selbst bestimmen, ob sie das Abendprogramm mit Disco, Kino oder Konzert besuchen möchten. Ebenso besteht die Möglichkeit, externe Veranstaltungen zu besuchen. Klientinnen und Klienten können auch einem Hobby nachgehen, sei es wie in der Praxis umgesetzt, mit einem Kochkurs oder mit einem Kurs im Handorgelspielen.
Ushanthini fühlt sich in ihrem Team bestens aufgehoben und kann auch in schwierigen Situationen auf volle Unterstützung zählen. Sowohl berufliche als auch private Anliegen finden regelmässig Platz in Gesprächen mit ihrer Berufsbildnerin Riccarda oder innerhalb des sozialpädagogischen Teams. Riccarda begleitet Ushanthini mit regelmässigen Sitzungen durch die Ausbildung, schafft Möglichkeiten für strukturierte Besprechungen und der Abgabe von Lerndokumentationen und prüft die Handlungskompetenzen im Berufsalltag. Daneben leistet die Berufsbildnerin auch Unterstützung bei den schulischen Aufträgen.
Ushanthini ist vor allem dankbar für die Möglichkeit, in der Stiftung Schürmatt eine zukunftsträchtige Lehre in einem professionellen Umfeld abschliessen zu können. Besonders schätzt sie die wertschätzende Haltung, die offene Kommunikation und die Hilfsbereitschaft ihrer Kolleginnen und Kollegen.
Als grossen Vorteil ihrer Lehrstelle im Atelier betrachtet die angehende Assistentin Gesundheit und Soziales die geregelten Arbeitszeiten von Montag bis Freitag und die Betriebsferien, die mit den Schulferien im Einklang stehen.
Ushanthini gefällt ihre Lehre als Assistentin Gesundheit und Soziales (AGS) für Menschen mit Beeinträchtigungen sehr. Obwohl sie zu Beginn ihres Praktikums Hemmungen im Umgang mit den Klientinnen und Klienten mit schweren Entwicklungsbeeinträchtigungen hatte, lernte sie zwischenzeitlich so viel dazu, dass sie heute auf jede und jeden Einzelnen zugehen und deren Bedürfnisse erkennen kann.
Die Stiftung Schürmatt hat Ushanthini die Möglichkeit geboten, eine Lehre nach ihren Vorstellungen zu absolvieren, obwohl ihr aufgrund ihres Migrationshintergrundes die vertieften Sprachkenntnisse fehlten und sie weder mit dem Land noch mit der Kultur vertraut war. Bereits beim ersten Kennenlerngespräch kam der Wunsch nach einer Ausbildung im direkten Kontakt mit Menschen zur Sprache, und es zeigte sich, dass sich die einfühlsame Bewerberin dafür eignet. Nicht zuletzt haben auch die grosszügigen Arbeitsbedingungen sie dazu bewogen, sich für die Stiftung Schürmatt zu entscheiden.
Ushanthini erhält von den Klientinnen und Klienten genau das zurück, was sie ihnen gibt: Herzlichkeit im Umgang und Dankbarkeit für ihr sinnstiftendes Engagement. Sie empfiehlt die Stiftung Schürmatt als Ausbildungsstätte, da dort eine Vielzahl an Berufen wie z.B. Koch/Köchin, Kauffrau/Kaufmann und Fachfrau/Fachmann Betreuung professionell ausgebildet wird. Das im Praxisalltag Erlernte ist ebenso wertvoll für das persönliche Leben ausserhalb der Arbeit.
Besonders erfüllt Ushanthini ihre Arbeit, weil sie Menschen mit Beeinträchtigungen helfen kann, ein Leben mit mehr Lebensqualität zu führen und sich weiterzuentwickeln. Die Dankbarkeit, die sie dafür zurückbekommt, ist unbezahlbar. Wie sie es in einem Satz zusammenfasst: «Man bekommt sie einfach lieb.» Ihr Werbeslogan bringt es auf den Punkt: «AGS – ein Beruf für Menschen mit viel Herz und Einfühlungsvermögen.»
Gerne informieren wir dich über unsere Lehrstellen. Zudem hast du die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren oder in Form eines Schnupperns einen ersten Einblick zu gewinnen. Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme und darauf, dich kennenzulernen!
Human Resources Management
Stiftung Schürmatt
Telefon 062 767 07 00